2010-11-17
Kardinal-Schwarzenberg-Haus, Salzburg
Gluck-Matinee 2010
Bereits zum dritten Mal fand am 17. November die von der Gluck-Forschungsstelle und der NÜRNBERGER Versicherung veranstaltete Gluck-Matinee statt, die diesmal im Zeichen der Ballett-Musik des 18. Jahrhunderts stand. Anlass hierzu gab die Fertigstellung des zweiten Ballett-Bandes der Gluck-Gesamtausgabe (GGA II/2), der von den Herausgeberinnen Irene Brandenburg und Sibylle Dahms im Rahmen der Matinee vorgestellt wurde. Die Ballette dieses Bandes, Don Juan und Les Amours d´Alexandre et de Roxane, wurden erstmals einem breiten Publikum in Theorie und Praxis präsentiert. Dabei wurde die Musik des bisher weitgehend unbekannten „Alexandre“-Balletts durch Thomas Hauschka am Klavier zum Erklingen gebracht. Für das „Don Juan“-Ballett erarbeitete Rainer Krenstetter, Solist des Staatsballetts Berlin, mit Claudia Jeschke (Ordinaria für Tanzwissenschaft an der Universität Salzburg) und Sibylle Dahms (Leiterin der Gluck-Gesamtausgabe Forschungsstelle Salzburg und ehemalige Leiterin der Derra de Moroda Dance Archives) anhand von tanzhistorischen Quellen eine historisierende Visualisierung. Gezeigt wurde auch die für das Mozart-Jahr 2006 entstandene szenisch-tänzerische Umsetzung der Chaconne aus Wolfgang Amadeus Mozarts Idomeneo der beiden Salzburger Tanzwissenschaftlerinnen mit Rainer Krenstetter. Hierfür schuf Dorothea Nicolai, ehemalige Leiterin der Abteilung Kostüm und Maske der Salzburger Festspiele, zwei aufwändige Tanz-Kostüme nach Vorlagen aus dem 18. Jahrhundert. Mit der Schwerpunktsetzung auf die Tanzdramen Glucks, dessen Reformbemühungen zu einem wesentlichen Teil in den 1750er und 60er Jahren dem Tanztheater und der Zusammenarbeit mit den beiden maßgeblichen Tänzern, Choreographen und Tanztheoretikern des 18. Jahrhunderts, Gasparo Angiolini (1731-1803) und Jean Georges Noverre (1727-1810) galten, konnte die an der Musik- und Tanzwissenschaft der Universität Salzburg angesiedelte Gluck-Forschungsstelle in diesem Jahr eine ihrer Kernkompetenzen betonen.
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