2005-03-05 bis 2005-07-05
Business Tower, Nürnberg
Symposion „Gluck der Europäer“
im Rahmen der Internationalen Gluck-Opern-Festspiele Nürnberg 2005
Im Mittelpunkt des Symposions, organisiert durch Irene Brandenburg, stand die Betrachtung des europaweiten Einflusses des Komponisten Gluck, dessen Werke nicht nur für verschiedene Nationen komponiert wurden, sondern nach seinem Tode in ganz Europa – von Stockholm über St. Petersburg bis Neapel – Verbreitung fanden. 

Im Mittelpunkt der ersten Sektion „Gluck in/und Italien“ standen Glucks frühe und weniger bekannten Bühnenwerke, die italienischen Opere serie und Serenate, die in bzw. für Italien zwischen 1741 (Artaserse in Mailand) und 1769 (Le Feste d‘Apolloin Parma) unter sehr unterschiedlichen Bedingungen entstanden. Entsprechend dem Generalthema „Gluck der Europäer“ wurden in dieser Sektion, über Italien hinausgehend, weitere Facetten von Glucks Wirken in Europa beleuchtet, etwa seine Tätigkeit als Kapellmeister der Mingottischen Operntruppe, der Aufenthalt in London sowie die Beziehungen zu anderen Komponisten der Zeit.

Die zweite Sektion „Gluck zwischen Wien und Paris“ war Glucks zentraler Schaffensperiode zwischen 1748 und 1781 und damit seinen zwischen „Semiramide riconosciuta“ (1748) und „Iphigenie auf Tauris“

in Wien und Paris entstandenen Bühnenwerken gewidmet. Ausgehend von den historischen, politischen und kulturellen Verhältnissen in den beiden Zentren von Glucks opernreformatorischem Wirken wurden seine Beiträge zur großen Oper ebenso thematisiert wie die von ihm in Zusammenarbeit mit Angiolini und Calzabigi initiierte Ballettreform, ferner Glucks Beiträge zur Opéra-comique in Wien und in Paris und damit der mit den Persönlichkeiten Durazzo, Kaunitz, Favart u. a. verbundene Kulturaustausch Wien – Paris.

Angesichts der Tatsache, dass bis heute nur wenige gesicherte Informationen zu Glucks Kindheit und Jugend in der Oberpfalz und in Böhmen vorliegen, lautete das Thema der dritten Sektion „Der junge Gluck“. Hier galt es insbesondere, neuere musikwissenschaftliche, aber auch lokalhistorische Forschung zu präsentieren, also Erkenntnisse zur Gluck‘schen Familiengeschichte (Elternhaus, Kindheit, Stationen in Nordböhmen), zu Glucks musikalischer Ausbildung, seinen Studienjahren in Prag und zum Beginn seiner kompositorischen Laufbahn.

Abgerundet wurde das Tagungsprogramm durch eine Podiumsdiskussion zum Thema „Gluck der Europäer: Perspektiven für Forschung und Bühnenpraxis“. Hierbei wurden nicht nur die vorgelegten Forschungsergebnisse resümierend erörtert und in den Gesamtzusammenhang des Symposions gestellt, sondern insbesondere Möglichkeiten der intensiveren Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis diskutiert.   


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