2005-03-07 bis 2005-03-10
Business Tower, Nürnberg
Symposion „Gluck auf dem Theater“
im Rahmen der Internationalen Gluck-Opern-Festspiele Nürnberg 2008
Im Rahmen der Internationalen Gluck-Opern-Festspiele Nürnberg 2008 veranstaltete die Internationale Gluck-Gesellschaft (federführend Daniel Brandenburg) in Zusammenarbeit mit dem Staatstheater Nürnberg und dem Forschungsinstitut für Musikwissenschaft der Universität Erlangen-Nürnberg ein internationales und interdisziplinäres wissenschaftliches Symposion zum Thema „Gluck auf dem Theater“. Damit wurde dem Umstand Rechnung getragen, dass das musikalische Œuvre Christoph Willibald Glucks fast ausschließlich aus Bühnenkunst in unterschiedlichen Erscheinungsformen besteht, wobei die Bandbreite im Bereich des Balletts vom Divertissement traditioneller Prägung bis zum Handlungsballett, im Bereich der italienischen Oper von der klassischen Opera seria metastasianischen Typus‘ bis zu den so genannten Reformopern, im Bereich der französischen Oper von der Opéra-comique (in Wien und Paris) bis zu den großen Pariser Musikdramen reicht, mit denen Gluck wohl die größte Wirkung auf zeitgenössische und nachfolgende Komponisten erzielte. Eingebettet in den historisch-politischen Kontext der Zeit und unter Nutzung der lokalen institutionellen Produktionsbedingungen erweisen sich Glucks Bühnenwerke als Resultat eines komplexen Zusammenwirkens unterschiedlicher Elemente – Text, Musik, Gesang, Bühnenausstattung und -dekroation, Tanz, pantomimisches Spiel, szenische Aktion – und der Zusammenarbeit von Künstlern mit unterschiedlichen Profilen und Kompetenzen. Die heute übliche Spartentrennung, die etwa das Ballett als eine von der Oper grundsätzlich verschiedene Kunstform betrachtet, ist dem Verständnis des 18. Jahrhunderts weitgehend fremd; die von Gluck gepflegten Gattungen des Musiktheaters zeigen vielmehr ein organisches Gefüge der einzelnen künstlerisch-musikalischen Ausdrucksbereiche.

Abgeschlossen und abgerundet wurde die Tagung durch eine Podiumsdiskussion zum Thema „Gluck auf dem Theater – heute und morgen“, bei der Vertreter aus Wissenschaft und Praxis Möglichkeiten heutiger Bühnenrealisierungen Gluck‘scher Werke diskutierten.
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